Das Gelände des Industrie- und Gewerbeparks Weißandt-Gölzau wurde seit 1926 intensiv zur Braunkohleförderung und -weiterverarbeitung als Schwelereistandort genutzt. Hieraus resultierten erhebliche Grundwasser- und Bodenkontaminationen mit schwelereitypischen Schadstoffen (BTEX, PAK, MKW), deren Schadstofffahnen sich über die Werksgrenze hinaus in Richtung Landschutzgebiet erstreckten. Darüber hinaus wies der Standort eine geologische Fallenstruktur mit Gasakkumulationen (Methan) auf, die gesonderte Gefahrenabwehrmaßnahmen erforderten. Die Arcadis Germany GmbH begleitete den Standort über einen Zeitraum von 15 Jahren mit einem breiten Leistungsspektrum von der Erkundung bis zur Sanierungsbegleitung.
Erbrachte Leistungen:
- Erarbeitung Erkundungskonzept Schutzgut Grundwasser, Detailuntersuchung und Gefährdungsabschätzung
- Quellen- und Abstromerkundung mittels CPT-/MIP-/ROST-Sondierungen
- Fachtechnische Begleitung Grundwassermessstellenbau
- Erstellung, Verwaltung und Fortführung einer geologischen Datenbank mit Messwerterfassung
- Erstellung hydrogeologisches digitales 3D-Strukturmodell (10 Modellschichten) sowie 3D-Schadstoffverteilungsmodell
- Erstellung numerisches Grundwasserströmungsmodell (stationäre Kalibrierung) und reaktives Schadstofftransportmodell für Benzol, Ethylbenzol, Trimethylphenol
- Prognoserechnungen für MNA-Konzept sowie Rückfalloption
- Fachtechnische Begleitung isotopengeochemischer Untersuchungen zum In-situ-Abbau (NA-Prozesse)
- Untersuchung zur Quellen- und Fahnenabgrenzung (In-situ-Verfahren und GWM-Bau)
- Grundwasser- und Gasmonitoring inkl. Bewertung des Gesamtstandortes
- Pilotversuche Produktphasenabschöpfung; Begleitung LNAPL-Sanierung
- Erstellung MNA-Konzept, Überwachung bestätigtes MNA-Konzept
- Durchführung Sanierungsuntersuchung und Sanierungsplanung nach BBodSchG
- Fachtechnische Begleitung Gefahrenabwehrmaßnahmen: Biobeete zur Methanoxidation und Ölphasenabschöpfung
- Erstellung Ausschreibungsunterlagen und Mitwirkung bei Vergabe nach VOB/VOL
- Begleitung Forschungsprojekt SAFIRA II-Standort Weißandt-Gölzau (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ)
Wesentliche Herausforderungen:
- Komplexe Geologie/Hydrogeologie mit quartärer Fallenstruktur und laufender Produktphase (LNAPL) sowie aktiven Gasakkumulationen (Methan, Schwefelwasserstoff) — Gefahrenabwehrmaßnahmen parallel zur Erkundung erforderlich
- Großräumige Schadstofffahne (BTEX, PAK, MKW, Phenole) über Werksgrenze hinaus in Richtung Landschaftsschutzgebiet
- Nachweis und Bewertung intensiver NA-Prozesse als Grundlage für MNA-Konzept; Abstimmung mit Behörden (LAF)
- Projektkontinuität über 15 Jahre mit wechselnden Auftraggebern (MDSE → MDVV)